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Klassische Physik - Die Welt der mechanischen Objektivität

Die Entwicklung der abendländischen Medizin und Naturwissenschaft wurde lange durch die Fesseln der kirchlichen Dogmata behindert.

Erst die Trennung von Geist und Materie durch Rene Descartes (1596-1650) im Jahre 1641 ermöglichte es, den Geist den Religionen zu überlassen und die materielle Welt der naturwissenschaftlichen Forschung zu öffnen. Dies ergab für die damalige Medizin die Möglichkeit, endlich die messbaren und sichtbaren Details des menschlichen Körpers zu erforschen. Forderte doch schon Roger Bacon (1214- 1292) "Der Menschen ist eine berechenbare Maschine".

Mit der Trennung von Geist und Materie wurde die Grundlage zu einer dualen Welt, dem materiellen Dualismus gelegt. Von den Naturwissenschaften wird nur die wahrnehmbare Realität der sichtbaren, physischen Welt anerkannt, hingegen die unsichtbare, metaphysische Welt, da der Religion zugehörig, ab-gelehnt. Diese Ablehnung setzt sich bis in die Neuzeit fort. Mit dem Erscheinen von Isaac Newtons (1642- 1727) bahnbrechendem Werk .Philosophiae naturalis principia Universum wird als ein me-chanisches Räderwerk gesehen, dessen kleinste Bestandteile in allen Einzelheiten zu erforschen sind, um dadurch zu finden, was die Welt im Innersten zusammenhält. "Diese gewaltige Aufgabe braucht zwar viel Zeit und Generationen von Forschern, aber die anderen, die später kommen, müssen auch noch etwas zu tun haben", war die Ansicht von Isaac Newton.

Die Medizin folgte den neuen Erkenntnissen und Forschungsergebnissen der Physik. Sie übernahm die Grundsätze der Newton'schen klassischen Physik als ihre Grundlage:

  • Welt der Getrenntheit und Objektivität Welt der Lokalität
  • Welt der .Legobausteine"
  • Welt der Räderwerk-Maschine
  • Welt des kausalen Determinismus
  • Welt der Absolutheit von Zeit und Raum

Nach diesen Gesetzen ist es selbstverständlich, dass z. B. ein Stuhl mit Rollen, ein Räderwerk, in einen Raum einer definierten Größe mit einem bestimmten Zeitaufwand gebracht wird. Raum und Zeit sind vom Beobachter objektiv getrennt und absolut messbare Größen.

Das bedeutet für die Medizin, dass der Mensch wie eine gut geölte, leblose Maschine, ähnlich einem Räderwerk, getrennt von der Außenwelt, objektiv erforschbar ist. Die Objektivität bedeutet, dass alles am Menschen völlig unbeeinflussbar von einem Beobachter (Arzt oder Forscher) von außen gemessen und therapiert werden kann.

Der Kosmos wie der Mensch sind also ein berechenbares Uhrwerk, das nach Belieben auseinander genommen und wieder zusammengesetzt werden kann. Diese Grundzüge der klassischen Physik bewusst zu kennen ist deshalb von großer Wichtigkeit, da die Wissenschafts-Medizin bis zum heutigen Tage immer noch an diesem Menschenbild als Grundlage für die Ausbildung von Ärzten und als Grundlage für die Prüfungen von Heilpraktikern festhält.

Die heutige Wissenschaftsmedizin reduziert den Menschen auf seine Organe, seine Zellen und Moleküle: eben alles Physische, materielle Bestandteile des Räderwerks Mensch.

Dieser Reduktionismus in der Medizin bedeutet:

  • Menschliche Erkrankungen werden akribisch bis in die kleinsten messbaren Details diagnostiziert.
  • Krankheitssymptome werden als Ursache der Erkrankung benannt.

Therapien der Krankheitssymptome werden als wissenschaftliche Kausalbehandlung zur Leitlinie erhoben.

In der Mechanikerwerkstatt der konventionellen Medizin gilt dies als wissenschaftlicher Gold-Standard.

Dass allerdings moderne Physiker das heute ganz anders sehen können, kann an dieser Stelle einfach nicht verschwiegen werden. So schreibt der Quantenphysiker Amit Goswami in "Bewusstes Universum" (2007): "Die Vorstellung, dass alle Dinge aus Atomen bestehen, ist eine unbewiesene Hypothese.

Viele Physiker vermuten, dass mit dem materiellen Realismus etwas nicht stimmen kann.

Im Weiteren werde ich darauf eingehen, was alles nicht stimmig ist im materiellen Realismus.

Die Auswirkungen des Reduktionismus auf Arzt und Patient sind alles andere als menschenfreundlich:

  • Der kranke Mensch wird auf technische Messergebnisse reduziert.
  • Die Diagnose wird auf eine ICDI0-Nummer reduziert.
  • Das Arzthonorar wird auf eine Pauschale reduziert.
  • Dem "freien" Arzt werden die Therapiemöglichkeiten reduziert.
  • Die Heilung wird auf Krankheitsverwaltung reduziert.

Der wissenschaftliche Standard wird durch Tier- und Menschenversuch als "gesichertes Wissen" begründet, und die Statistik wird zum .Goldstandard" des klassischen Forschungsdesigns. Der doppel blinde und randomisierte Versuch soll das gesicherte Wissen bewahrheiten:

Ein Wissender soll mit doppel-blinden und tauben Unwissenden zufällig das "gesicherte Wissen" finden.

Der materialistische Realismus und die mechanisierte Medizin reduzieren die nicht zu verleugnende Seele auf das Ergebnis von Hormonen und den ebenfalls nicht zu verleugnenden Geist auf das Ergebnis von Neurotransmittern an neuronalen Synapsen. Der Wille ist das Produkt von Nervenverschaltungen.

Der Mensch, ein mechanischer Automat ohne freien Willen, wird mit Hilfe der Mechanik repariert.

 

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